Suchergebnisse Keine Suchergebnisse |
01.07.2010 - Burnout bei Studierenden – eine neue „Krankheit unserer Zeit“?
In den Printmedien ist in den letzten Monaten immer wieder die Rede von Burnout bei Studierenden, eine „Krankheit“, die angeblich massiv zunehmen soll. Problematisch an dieser Feststellung ist zunächst einmal, dass es diesbezüglich keine gesicherten Daten gibt, was alleine schon daran liegt, dass „Burnout“ streng genommen kein eigenständiges Krankheitsbild ist. Ursprünglich wurde es dazu benutzt, Symptome zusammenzufassen, die bei „überarbeiteten“ Arbeitnehmern aufgetreten sind. Eine wirkliche Abgrenzung zu anderen psychischen Störungen (z.B. Depression bzw. depressive Verstimmung, Angst- /Panikstörung) ist bis heute nicht wirklich überzeugend gelungen und in der Fachwelt auch umstritten. Aber mancherorts mag es „besser klingen“, einen Burnout zu haben, denn depressiv zu sein… Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, sich einmal mit der Frage zu beschäftigen, was Burnout eigentlich meint und ob dieses „Störungskonzept“ auf Studierende anwendbar ist.
Gemeint sind zunächst Symptome, die sehr denen einer „Erschöpfungs- depression“ ähneln: zunehmende Antriebslosigkeit und Interessenverlust (v. a. im Freizeitbereich), Stimmungsein- trübung bzw. -schwankungen, somatische Symptome wie Kopfschmerzen und gastrointestinale Beschwerden, Schlaf- störungen, Konzentrationsstörungen und Leistungsabfall, körperliche und seelische Erschöpfung, etc.
Als verursachende Faktoren werden drei bzw. vier Bereiche genannt:
1. Bei den Betroffenen anzusiedelnde Faktoren: gefährdet scheinen hier v.a. Menschen mit einem hohen (perfektionistischen) Anspruch zu sein, die sich vorwiegend über Leistung und einen darüber zu erlangenden Status definieren. Für Studierende könnte das bedeuten, dass das Studium überproportional wichtig wird, bzw. dass Noten einen (zu) hohen Stellenwert einnehmen.
2. Die Tätigkeit an und für sich: hier sind es zum einen monotone Tätigkeiten (Fließbandarbeiten) oder aber per se erschöpfende Tätigkeiten mit hoher emotionaler Beteiligung (daher ist auch der soziale Bereich sehr gefährdet). Insbesondere exzessives Lernen (was durchaus monotone Eigenschaften annehmen kann) mag für Studierende in diesem Feld anwendbar erscheinen, insbesondere wenn es nicht unterbrochen bzw. durch andere Tätigkeiten ausgeglichen wird.
3. Strukturelle Bedingungen des Arbeitgebers: hier gibt es als Gefährdungsmomente v. a. unklare Strukturen mit gleichzeitig hohen Leistungsanforderungen bei fehlender Gratifikation (Lohn oder Anerkennung). Nun ist das Studium an deutschen Universitäten häufig anonym und wenig persönlich, Rückmeldungen erfolgen häufig nur über Noten, die Umstellung auf Bachelor und Master führte zu einer deutlichen Steigerung der Anforderungen.
4. Schließlich werden auch noch gesellschaftliche Bedingungsfaktoren benannt, hier ist es v. a. eine einseitige Leistungsorientierung in säkularisierten Gesellschaften, die als Risikofaktor benannt wird.
In der Summe erscheint also durchaus verständlich, warum auch Studierende schon in jungen Jahren „ausgebrannt“ sein können, insbesondere dann, wenn das Leben auf der Erholungsseite zu kurz kommt. Und auch wenn das gesamte Konzept des Burnout durchaus umstritten ist (und weiterhin – wenn überhaupt - eher auf langjährige, auszehrende Berufserfahrungen anwendbar erscheint), bleibt unstrittig, dass es den betroffenen Menschen schlecht geht und dass sie häufig Hilfe von außen brauchen, gerade weil sie sich häufig wie ein Hamster im Rad fühlen und für sich selbst keinen Ausweg sehen aus einem Verhalten, was sie immer mehr in die Erschöpfung treibt. Die PBS hilft Ihnen gerne beim Suchen und Finden solcher Auswege, wenn Sie den Verdacht haben, dass das Studium einen zu großen Stellenwert einnimmt und zunehmend erschöpfend für Sie wird.
(pbs)
PBS Studentenwerk Karlsruhe
Rudolfstr. 20, 76131 Karlsruhe
Tel.: 0721/93 34 060
beratung@pbs-ka-pf.de, www.pbs-ka-pf.de
Anmeldung / Info: Mo bis Fr von 9 - 12 Uhr
PBS Studentenwerk Karlsruhe
Hagenschießstr. 1, 75175 Pforzheim
Tel.: 07231/102132
rothmann@pbs-ka-pf.de, www.pbs-ka-pf.de
Anmeldung / Info: Mo und Do von 13.15 - 14 Uhr







